Bücher

Flucht & Asyl / Escape & Asylum Hg. v. Ursula Mindler-Steiner & Reinhard Sieder. 250 Seiten. Innsbruck / Wien / Bozen (OeZG 2017-2)

Flucht und Asyl sind Folgen kriegerischer, oft globalisierter Konflikte, regionaler Armut, ökologischer Katastrophen und westlicher Gouvernementalität. Immer deutlicher unterscheiden sich Fluchten und Fluchtmigrationen aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt von den Migrationen des 19. und 20. Jahrhunderts. Phasen der Migration koppeln sich an Phasen der Flucht und umgekehrt. Die Autor*innen sprechen deshalb von Fluchtmigration. Sie decken auf, wie Diskurse Wahrheiten und Wirklichkeiten erzeugen und was sie verzerren, unsichtbar machen oder verschweigen. An Fallgeschichten zeigen sie, wie sich Fluchtmigrationen aus Kriegs- und Krisengebieten des Nahen und Mittleren Ostens im Herbst 2015 und seither vollziehen.

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Die Kinder des Staates / Children of the State Hg. v. Michaela Ralser & Reinhard Sieder Innsbruck / Wien / Bozen (OeZG 2015/1+2) 376 Seiten.

Die exzessive Gewalt in Kinderheimen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz wird auf ihren Zusammenhang mit Psychiatrie, Pädiatrie, Pädagogik, Justiz und Bio-Politik untersucht. Wissenschaften und Politik legitimieren den autoritären, den faschistischen und auch den republikanisch-demokratischen Staat , sich zum Herren über Leben und Tod von Kindern, über ein gutes Leben oder ein Leben in Gefangenschaft und unter Gewalt aufzuschwingen. Die Autor*innen sprechen von leiblicher (körperlicher und psychischer),  struktureller und epistemischer Gewalt.

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(mit Andrea Smioski) – Der Kindheit beraubt. Gewalt in den Erziehungsheimen der Stadt Wien, Innsbruck / Wien / Bozen 2012 (Studien Verlag) 578 Seiten.

Im Auftrag der Stadt Wien untersuchte eine Kommission unter Leitung von Reinhard Sieder die Formen und Auswirkungen der Gewalt in Erziehungsheimen der Stadt Wien seit den 1950er Jahren. Im Mittelpunkt stehen die Erzählungen von Menschen, die in ihrer Kindheit und bis zu ihrem 18. Lebensjahr in Heimen verschiedene Formen der Gewalt erleben mussten. Ihre erschütternden Erzählungen bilden die Basis für genaue Fallanalysen.

„Dieses Buch über unsere eigenen Kinder wird unsere Herzen zerreißen und hoffentlich zu wichtigen Änderungen führen.“
–Sophie Freud. Professorin emerita, USA, Enkelin von Sigmund Freud.

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Globalgeschichte 1800 – 2010 Hg. von Reinhard Sieder & Ernst Langthaler, Wien / Köln / Weimar 2010 (Böhlau) 588 Seiten.

Steht der blue planet vor der Apokalypse? Die Autor*innen untersuchen das Wachstum der Weltbevölkerung und der Migration, die Globalisierung der Wirtschaft, Leistungen und Versagen internationaler Politik, große Revolutionen und Kriege, Schulsysteme, Haus und Familie im globalen Vergleich, Industrialisierung der Landwirtschaft, die Nahrungsmittelindustrie, den wachsenden Einfluss von globalisierten Religionen, Kommunikations- und Verkehrssysteme u.a. Die Herausgeber diskutieren die Möglichkeiten und Grenzen einer Globalgeschichte der Gegenwart.

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Patchworks – Das Familienleben getrennter Eltern und ihrer Kinder Mit einem Vorwort von Helm Stierlin, Stuttgart 2008 (Klett Cotta)

„Das Buch zeigt anschaulich, wie systemtheoretische Überlegungen an Alltagsphänomenen nachvollziehbar sind, es zeigt darüber hinaus aber auch jede Menge Potenzial für Personen, die mit Familienmitgliedern therapeutisch arbeiten. Auch gibt es einen wunderbaren praktischen Einblick in die Methode der rekonstruktiven Fallanalysen, sodass ich dieses Werk jedem Kollegen und jeder Kollegin als Anschauungsmaterial auch für die Lehre in der qualitativen Sozialforschung empfehlen kann.“
– Corinna Onnen, Vechta, INTAMS review 17 (2011)

„Mit diesem Buch legt Reinhard Sieder ein Standardwerk über Patchwork-Familien vor, das in der Genauigkeit der Berichte überzeugt.“
– Katharina Miko, SWS-Rundschau 49. Jg. Heft 2/2009.

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Die Rückkehr des Subjekts in den Kulturwissenschaften. Wien 2014 turia+kant

Im langen Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne des europäisch-amerikanischen Westens entstand das Subjekt des westlichen Typs. In der zweiten oder reflexiven Moderne gerät es in eine Krise. Wir erleben die Verwandlung der romantischen in eine skeptische Liebe, besorgt um die eigene Autonomie und die materiellen und psychischen Kosten der wahrscheinlich gewordenen Trennung. Wie steht es um die ewige Sehnsucht nach Geborgenheit, wenn Bindungen immer rascher zerbrechen oder erst gar nicht mehr entstehen? Dieses Buch bringt das westliche Subjekt in seiner neuen Bedrängnis zur Sprache. Wir hören uns selbst.

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NS-Herrschaft in Österreich Hg. v. Emmerich Tálos, Ernst Hanisch, Wolfgang Neugebauer, Reinhard Sieder, Wien 2002 (öbv&hpt), 959 Seiten.

„Auch wenn es kaum glaubhaft klingt: Der vorliegende Sammelband ist der erste Versuch österreichischer Historiker und Sozialwissenschaftler, eine Gesamtdarstellung der NS-Herrschaft in Österreich zu wagen.“ Zwölf Jahre nach dieser Feststellung legen die Herausgeber und Autor*innen in Anknüpfung an dieses Vorgängerwerk eine umfassende wissenschaftliche Analyse und Darstellung der NS-Herrschaft in Österreich vor.“
– aus dem Vorwort der Herausgeber

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Österreich 1945-1995. Gesellschaft. Politik. Kultur. Hg. von Reinhard Sieder, Heinz Steinert, Emmerich Tálos, Wien 1995 (Verlag für Gesellschaftskritik) 756 Seiten.

„Die Zukunft der Europäischen Union und ihre Auswirkungen auf Österreich sind derzeit nur beschränkt vorherzusehen. Denkbar ist, dass sich in den nationalen Gesellschaften der Widerstand gegen weitere Integrationsschritte verschärfen wird, insbesondere dort, wo regionale Interessen und Identifikationssymbole betroffen sind. Nicht ausgeschlossen ist, dass Europa nach einer Phase der (Teil-)Integration in eine Phase der ‚Re-Nationalisierung’ zurückfallen könnte. Zu fürchten ist, dass dies in einigen Ländern mit einer ideologischen Rückwärtsbewegung zu Chauvinismus und Nationalismus verbunden wäre. Führt eine Krümmung der Geschichte“ (Baudrillard) Europa in die Konflikte des 19. Jahrhunderts zurück?“
– aus dem Vorwort der Herausgeber, 1995

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Sozialgeschichte der Familie Frankfurt am Main 1982, Peking 1996, Moskau 1997, Ljubljana 1998

In den europäischen Familien der Lohnabhängigen wie der alten und neuen Selbständigen wurden Haus-, Erziehungs- und Beziehungsarbeit im Lauf der letzten 200 Jahre immer wichtiger. Was sich als zunehmend autonomer und privater Bereich ausnimmt, ist weiterhin maßgeblich durch Anforderungen der Gesellschaft bestimmt: Familien stellen neue Arbeitskräfte her und regenerieren die schon Lernenden und Arbeitenden jeden Tag. Sie stellen auch die politische und ökonomische Ordnung her, indem sie  Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu Anpassung und Leistung erziehen. Auch nach ihrer Privatisierung ist die westliche Familie eine politische und ökonomische Institution:  Sie reproduziert die Beziehungsformen der Geschlechter und der Generationen und den Paternalismus in der Gesellschaft.

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